Im März 2011 bin ich den Caminho Português gelaufen – von Coimbra durch Portugal bis nach Santiago de Compostela.
Nicht der klassische Jakobsweg von Frankreich, nicht die große Meseta – diesmal Portugal. Mit Ryanair nach Porto, von dort mit dem Zug weiter nach Coimbra – und am nächsten Morgen brach ich in Coimbra auf. Von Coimbra, der alten Universitätsstadt am Mondego, nordwärts durch das Weinbaugebiet Bairrada, durch Olivenhaine und Granitdörfer, durch Porto und weiter entlang der atlantischen Küste bis ins grüne Galicien und schließlich nach Santiago de Compostela.
Am 12. März 2011 verließ ich Coimbra. Vierzehn Wandertage und rund 310 km später stand ich auf dem Praza do Obradoiro.
Eckdaten
| Anreise | 10. März 2011, Ryanair Weeze → Porto |
| Porto → Coimbra | 11. März 2011, Zug |
| Start | 12. März 2011, Coimbra (Portugal) |
| Ziel | Santiago de Compostela |
| Ankunft Santiago | 24. März 2011 |
| Abreise | 25. März 2011, Air Berlin Santiago → Düsseldorf |
| Dauer | ca. 14 Wandertage |
| Gesamtstrecke | ca. 310 km |
| Route | Caminho Português (Portugal → Spanien) |
Die Route
Coimbra – Start in der ältesten Universitätsstadt Portugals. Die Sé Velha, das Kloster Santa Cruz, die Aussicht vom Universitätshügel: Coimbra ist kein schlechter Ausgangsort. Dann hinunter an den Mondego und nordwärts auf die Straße nach Mealhada – der Stadt, die für ihr Leitão, das Spanferkel, berühmt ist.
Bairrada und Albergaria-a-Velha – Durch das Weinbaugebiet Bairrada, vorbei an Reben und Weinkellereien, dann durch das Industriestädtchen Albergaria-a-Velha mit seiner mittelalterlichen Brücke über den Rio Marnel. Flaches Land, das sich allmählich in Hügel schiebt.
São João da Madeira und Porto – Die letzte Etappe vor Porto führt durch São João da Madeira, eine historische Stadt im Beira Litoral. Dann das große Finale: der Abstieg in die Stadt am Douro. Porto mit seiner Sé-Kathedrale, dem gotischen Kreuzgang, dem Ribeira-Viertel, dem Blick über den Fluss nach Vila Nova de Gaia – ein Tag zum Innehalten.
Atlantikküste: Vila do Conde und Barcelos – Nördlich von Porto trifft der Caminho auf den Atlantik. Vila do Conde, Strand und Klosterruine. Dann Barcelos – die Stadt des Hahns. Der Galo de Barcelos ist das bekannteste Symbol des Jakobswegs überhaupt; hier hat er seinen Ursprung. Die Legende kennt jeder Pilger.
Ponte de Lima und Rubiães – Ponte de Lima, angeblich die älteste Stadt Portugals, liegt an der Mündung des Lima ins Meer. Alte Kreuze und Wegkapellen säumen den Pfad bis Rubiães – der letzte Ort vor der Grenze nach Spanien.
Valença und Tui: Grenzübertritt – Über die Festungsstadt Valença und die imposante Brücke über den Minho nach Tui. Zwei Kathedralen einander gegenüber, die Grenze dazwischen. Ab hier: Galicien. Das Grün wird dichter, der Granit heller, die Wegweiser tragen Muscheln.
Galicien: Redondela, Pontevedra, Caldas de Reis – Durch die Rías Baixas, Meeresarme, die das Land zerschneiden. Redondela auf seinem Felsvorsprung. Pontevedra, die Hauptstadt dieser Camino-Variante. Caldas de Reis mit seinen warmen Quellen. Dann Padrón – der Ort, an dem die Legende beginnt: Jakobus’ Leiche soll hier gelandet sein.
Santiago de Compostela – Am 24. März 2011, gegen Abend, der erste Blick auf die Türme der Kathedrale im warmen Licht der untergehenden Sonne.
Fotos
Tagebuch-Texte folgen – vorerst erzählen die Fotos von diesem Weg. Zu jedem Wandertag gibt es einen Beitrag mit allen Aufnahmen des Tages.