Feldbergtour 2017

Marta Minujíns Parthenon der Bücher auf dem Friedrichsplatz, Kassel – documenta 14, September 2017

Achtzehn Tage, achtzehn Etappen, 1.600 Kilometer – und wieder zuhause.

Die Feldbergtour war eine Rundreise: kein Fernziel, keine Einbahnstraße, sondern ein großer Kreis durch Westdeutschland – immer mit dem Tandem, immer zurück nach Scholen.

Vom 4. bis 21. September 2017 fuhren wir durch das Weserbergland, das hessische Bergland bis zum Taunus-Feldberg, entlang Lahn und Sieg zum Rhein, durch die Niederlande und zurück über Münster und Osnabrück nach Hause.

Eckdaten

Start & Ziel Scholen (Rundtour)
Zeitraum 4.–21. September 2017
Dauer 18 Tage
Gesamtstrecke ca. 1.620 km
Längste Etappe 121 km (Bielefeld → Scholen, letzter Tag)
Route Weser → Taunus → Lahn → Rhein → Niederrhein → Münsterland

Die Route

Südwärts durch Weserbergland und Taunus – Nach dem Abschied von Birgit in Scholen fahren wir entlang des Weser-Radwegs durch das Weserbergland: Vlotho, Rinteln, Hameln – Kaffee und hausgemachter Kuchen. In Bodenwerder ein kurzer Besuch bei Sabines Tante Christa, dann weiter nach Holzminden und Alfeld, wo wir mittags in den Fagus-Werken rasten und die Ausstellung des UNESCO-Welterbes besichtigen. Weiter nach Hannoversch Münden – Hotel Eisenbart, ein wahrer Glücksgriff. In Kassel ein Abstecher zur documenta 14, dann trotz Gegenwind und Erkältung weiter ins hessische Bergland. Am 9. September, unserem kleinen Hochzeitstag, kämpfen wir uns durch Regen, Steigungen und Wind nach Gasthaus Laubacher Wald – und freuen uns am Abend auf den Chef du Cuisine. Über eine ehemalige Bahntrasse mit über 30 km/h Schnitt geht’s weiter durch den Taunus nach Eppstein.

Lahn, Sieg und Rhein – Von Eppstein über Weilburg und wieder auf einer alten Bahntrasse an der Weil entlang. Dann die Sieg bis zur Mündung in den Rhein: eine winzige Fähre, die mit unserem Tandem schon an ihre Kapazitätsgrenze gebracht wird. Köln, Elke besucht. Am nächsten Tag Düsseldorf: Treffen mit Moritz am Hafen, Carlsplatz. Rhein nordwärts: Xanten mit Dom und 1.000-km-Eis, Rees, Schloss Moyland mit Beuys. Dann in die Niederlande: Kleve, Beekbergen.

Rückweg über Veluwe und Münsterland – Früh morgens durch Wald und Heide zum Kröller-Müller-Museum – noch ganz allein unter den ersten Besuchern. Auf hervorragenden holländischen Radwegen bei Windstille zurück nach Deutschland. Münster: Treffen mit Rebecca, Skulpturenausstellung auf den Aaseewiesen, Aperitif in der Käserei im Stadthafen. Weiter durch das Münsterland: Osnabrück, Herford (Marta-Museum), Bielefeld. Am 21. September – dem letzten Tag und mit 121 km der längsten Etappe – der erste und einzige Plattfuß der Tour, bei Herford. Schließlich: Scholen.


Besondere Momente

6. September, Alfeld – Die Fagus-Werke: Mittagessen im UNESCO-Welterbe, danach die Ausstellung durch die vollverglasten Hallen – und ein paar kräftige Schauer, die wir gut geschützt abwarten können.

7. September, Hannoversch Münden – Hotel Eisenbart in der Dreiecksstadt an Werra, Fulda und Weser: „wahrer Glücksgriff – tolles Zimmer in frisch renoviertem Haus.“

8. September, Kassel – Trotz Erkältung und permanentem Gegenwind ein Stopp an der documenta 14: ein paar Installationen gesehen, dann weiter ins hessische Bergland.

9. September, Laubacher Wald – Unser kleiner Hochzeitstag: Gegenwind, Regen, kräftige Steigungen im Laubacher Wald. „Nichtsdestotrotz sind wir jetzt frohgemut angekommen und freuen uns auf den entspannteren Teil unseres Feiertages!“ – und auf den Chef du Cuisine.

15. September, Xanten – Das 1.000-km-Eis. Dann der Xantener Dom. Kurz vor Rees erwischt uns ein Schauer; ein freundlicher Landwirt gewährt uns Unterschlupf in seinem ehemaligen Kuhstall und plaudert ein Weilchen mit uns.

16. September, Schloss Moyland – Die Beuys-Dauerausstellung und eine aktuelle Schau von Tea Mäkipää. In Kleve schenkt Sabine mir ein langärmeliges Laufshirt: „Ich wollte es gar nicht wieder ausziehen, so wohl habe ich mich in ihm gefühlt!“

17. September, Kröller-Müller-Museum – Fünfzehn Kilometer durch Wald und Heide in zauberhafter Morgenstimmung, ganz allein. Im Museum gehören wir noch zu den ersten Gästen – „ganz in Ruhe, unbehelligt von den nach uns kommenden Besuchermassen“.

18. September, Münster – Treffen mit Rebecca im Prütt Café. Danach Skulpturenausstellung auf den Aaseewiesen, Aperitif in der Käserei im Stadthafen.

21. September, Herford – Bei Herford der erste Platten der ganzen Tour – hinten, natürlich. Die Gummilösung eingetrocknet, kein Flicken möglich. In einer Autowerkstatt versorgen uns Mechaniker mit dem Zeug, mit dem sie Frontscheiben einkleben. Hält auch nicht. Die letzten paar Hundert Meter bis zum Fahrradladen am Bahnhof schieben wir – dort ist das Rad in Minuten repariert, und wir kommen trotzdem noch nach Hause.

Tagebuch lesen

Die Feldbergtour ist in 18 Beiträgen dokumentiert – eine Etappe pro Tag, vom ersten bis zum letzten Kilometer.

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