Romreise 2019

Sabine und Burkard mit dem Tandem vor dem Petersdom, Rom, 8. Mai 2019

Im Frühjahr 2019 sind wir mit dem Tandem nach Rom gefahren.

Nicht mit dem Zug, nicht mit dem Auto. Mit dem Tandem – von unserer Haustür in Scholen bis zur Ewigen Stadt. Über die Alpen, durch Österreich und Italien, und wieder zurück.

Am 17. April 2019 rollten wir los. Am 9. Juni waren wir wieder zuhause. Dazwischen lagen 54 Tage und 5.272 Kilometer, eine Alpenüberquerung im Sattel.

Eckdaten

Start 17. April 2019, Scholen
Ziel Rom
Rückkehr 9. Juni 2019
Dauer 54 Tage (53 Fahrtage, 1 Ruhetag in Rom)
Gesamtstrecke 5.272 km
Höhenmeter (gesamt) 34.370 m
Längste Etappe 148 km (Gendringen → Fürstenau, vorletzter Tag)
Höchster Punkt 1.530 m (Reschenpass-Gebiet bei Pfunds)
Länder Deutschland, Österreich, Italien, Monaco, Frankreich, Luxemburg, Belgien, Niederlande

Die Route

Deutschland – von der Nordseeküste bis zu den Alpen – Am 17. April Aufbruch aus Scholen bei schönstem Frühlingswetter. Über Ronnenberg (Manfred und Ines) und Hannover nach Süden: Thüringen, Bad Langensalza, durch den Thüringer Wald nach Manebach und dann hinüber nach Bamberg – am Ostersonntag, mit Traumwetter und dem ersten kräftigen Schieber. Entlang des Main-Donau-Kanals nach Alfershausen, dann dem Lech folgend nach Augsburg und über Langerringen (Kristiane und Lutz) auf der Via Claudia Augusta nach Füssen.

Die Alpen – Am 26. April der erste Pass: der Kniepass bei Füssen – bei strömendem Regen und einstelligen Temperaturen, den Schiebeabschnitt des Reiseführers ignorierend und alles selbst gefahren. Über Lermoos nach Nassereith. Am nächsten Tag, ohne es zu bemerken, die 1.000-km-Marke; das Inntal aufwärts nach Pfunds. Am 28. April der höchste Punkt der gesamten Reise: 1.530 m auf der Passhöhe kurz hinter dem Reschenpass – nach zwölf Serpentinen in sechs Kilometern bergauf, mit kurzem Gastspiel in der Schweiz, dann der lange Abstieg durchs Vinschgau nach Naturns.

Italien – Hinweg – Bremsenreparatur in Meran, dann das Etschtal südwärts nach Trient. Eine Eisdiele am Gardasee als Etappenziel – ertrotzt mit tüchtigen Bergwertungen. Durch die Po-Ebene: 134 km am Feiertag. In Bologna kurz ins Chaos der Innenstadt, dann über den Apennin nach Florenz: 1.170 Höhenmeter, anspruchsvollste Etappe des ganzen Hinwegs. Durch die Toskana, mit allem, was dazugehört: steile Anstiege, Schlammwege, Pfade, die im Nirwana enden. Am 7. Mai ein grandioser letzter Vorläufer: Monte Caminetto. Am 8. Mai die letzten 34 Kilometer – nach Rom.

Rückweg – Tyrrhenien, Ligurien und Côte d’Azur – Die Tyrrhenische Küste nordwärts: Civitavecchia, 136 km nach Castiglione della Pescaia, Livorno, Carrara. Dann Ligurien: hinauf zum Passo del Bracco auf einem traumhaften kleinen Sträßlein, hinunter ans Meer. Ein 23 km langer Bahntrassen-Radweg entlang der Küste – durch Meerestunnel, direkt über dem Wasser. Letztes Hotel in Italien in Bordighera, am Strand, Meeresblick. Dann die Côte d’Azur: Menton, Monaco, Nizza, Antibes, Cannes in einem langen, turbulenten Tag. Auf dem EV8-Radweg ins Hinterland, über Draguignan in die Provence, dann hinunter in die Camargue nach Saintes-Maries-de-la-Mer.

Rückweg – Rhône, Burgund und die Kanäle nach Hause – Das Rhônetal nordwärts: Avignon (Mistral), Montélimar, Tournon, Lyon. Burgund: an der Saône entlang bis Cluny, durch die Côte d’Or, den Canal de la Marne à la Saône und weiter den Canal de la Marne au Rhin – 141 km an einem Tag. Lothringen, die Mosel nach Toul und Thionville, dann Luxemburg, Belgien und die Niederlande. Kurz vor der deutschen Grenze: Flamingos im Zwillbrocker Venn. Am 8. Juni die längste Etappe: 148 km. Am 9. Juni – Pfingsten – drei Eispausen (Bersenbrück, Diepholz, Barnstorf) und dann: Scholen.


Alle Etappen

53 Fahrtage vom 17. April bis 9. Juni 2019. Distanz und Höhenmeter nach Tacho.

Hinweg: Scholen → Rom

# Datum Ziel km ↑ m
1 17.04.2019 Ronnenberg 106,9 260
2 18.04.2019 Lindau 115,8 520
3 19.04.2019 Bad Langensalza 101,4 730
4 20.04.2019 Manebach 88,2 830
5 21.04.2019 Bamberg 113,0 1.010
6 22.04.2019 Alfershausen 124,2 750
7 23.04.2019 Rain am Lech 102,5 750
8 24.04.2019 Langerringen 85,4 310
9 25.04.2019 Füssen 91,3 600
10 26.04.2019 Nassereith 59,8 870
11 27.04.2019 Pfunds 72,2 640
12 28.04.2019 Naturns 99,5 990
13 29.04.2019 Trient 119,9 430
14 30.04.2019 Borghetto 116,2 820
15 01.05.2019 San Giovanni in Persiceto 135,1 420
16 02.05.2019 Vergato 73,1 520
17 03.05.2019 Florenz 99,3 1.170
18 04.05.2019 Castiglion Fibocchi 84,2 1.000
19 05.05.2019 Chiusi 75,7 220
20 06.05.2019 Attigliano 85,2 760
21 07.05.2019 Monte Caminetto 78,8 1.180
22 08.05.2019 Rom 34,3 180
09.05.2019 Ruhetag in Rom

Rückweg: Rom → Scholen

# Datum Ziel km ↑ m
23 10.05.2019 Civitavecchia 98,0 860
24 11.05.2019 Castiglione della Pescaia 136,8 780
25 12.05.2019 Livorno 121,3 720
26 13.05.2019 Carrara 82,0 320
27 14.05.2019 Coreglia Ligure 103,4 1.190
28 15.05.2019 Varazze 77,3 910
29 16.05.2019 Bordighera 121,9 760
30 17.05.2019 Pégomas 100,4 710
31 18.05.2019 Draguignan 73,5 1.210
32 19.05.2019 Rognes 115,5 1.180
33 20.05.2019 Saintes-Maries-de-la-Mer 103,8 430
34 21.05.2019 Avignon 96,8 290
35 22.05.2019 Montélimar 98,4 310
36 23.05.2019 Tournon-sur-Rhône 97,7 360
37 24.05.2019 Lyon 106,6 530
38 25.05.2019 Ars-sur-Formans 102,2 650
39 26.05.2019 Cluny 78,5 460
40 27.05.2019 Saint-Rémy 82,8 750
41 28.05.2019 Pontailler-sur-Saône 127,6 450
42 29.05.2019 Noidant-le-Rocheux 81,6 420
43 30.05.2019 Saint-Dizier 125,3 380
44 31.05.2019 Toul 141,5 780
45 01.06.2019 Thionville 116,9 540
46 02.06.2019 Rosport 103,4 460
47 03.06.2019 St. Vith 88,7 800
48 04.06.2019 Plombières 79,0 780
49 05.06.2019 Mönchengladbach 95,7 730
50 06.06.2019 Düsseldorf 67,2 230
51 07.06.2019 Gendringen 124,0 420
52 08.06.2019 Fürstenau (längste Etappe) 148,2 490
53 09.06.2019 Scholen 114,2 510
Gesamt 5.272 km 34.370 m

Besondere Momente

21. April, Ostersonntag – Traumhaftes Frühlingswetter von morgens bis abends. Die erste Tageshälfte fordert kräftige Steigungen – und den ersten Schieber der ganzen Reise.

26. April, Kniepass – Einstellige Temperaturen und strömender Regen. Aber wir fahren alles selbst – auch den Abschnitt, für den der Reiseführer Schieben empfiehlt. „Das Gute: Beim Hochstrampeln im Regen wird man wenigstens warm.“

27. April, Nassereith → Pfunds – „Ohne es zu bemerken haben wir heute im Laufe des Vormittags unsere 1.000-Kilometer-Linie überfahren, also in etwa die Hälfte der Strecke nach Rom. Ab jetzt fliegt Rom praktisch auf uns zu.“

28. April, Reschenpass – 1.530 m über N.N.: der höchste Punkt der Alpenüberquerung. Zwölf Serpentinen in sechs Kilometern bergauf, kurzes Gastspiel in der Schweiz, dann der lange Abstieg durchs Vinschgau. Italien.

8. Mai, Monte Caminetto → Rom – 34 Kilometer, erst Bergwertungen und Abfahrten, dann die Vororte, Autobahnen und Schnellstraßen – und schließlich das Tandem vor dem Petersdom.

9. Mai, Ruhetag in Rom – Noch vor dem Frühstück der Petersdom: „Was für ein gigantisches und beeindruckendes Gebäude!“ Dann der Rest der Stadt, entspannt und ohne Eile. Und dann ist der Neunte – also unser kleiner Hochzeitstag.

16. Mai, Varazze → Bordighera – „Das war ein absoluter Traumtag!“ Die ganze Strecke am Mittelmeer entlang. Den Abschluss bildet ein 23 km langer Bahntrassen-Radweg in unmittelbarer Küstennähe – durch teils zwei Kilometer lange Meerestunnel. Letztes Hotel in Italien: direkt am Strand, Meeresblick vom Zimmer. „Unser vorerst letztes italienisches Abendessen…“

17. Mai, Côte d’Azur – Menton, Monaco, Nizza, Antibes, Cannes nahtlos aneinandergereiht. Stadtverkehr, Steigungen, französische Autofahrer. „Bei weitem nicht so freundlich und aufmerksam wie ihre italienischen Kollegen.“

19./20. Mai, Provence und Camargue – Die 3.000-km-Marke fällt in der Provence; am nächsten Tag führen die letzten 30 km durch die Camargue nach Saintes-Maries-de-la-Mer: Flamingos, Weißpferde – und ein Westwind, gegen den wir uns streckenweise nur noch mit 10 km/h vorwärtskämpfen.

23. Mai, Montélimar – Das Mistral-Erlebnis: Socken, Radhose und Shirt über Nacht am offenen Fenster zum Trocknen aufgehängt. Morgens ist das Radshirt weg – vom Sturm samt Bügel auf die Gasse geweht. Das Hotel-Personal sucht überaus hilfsbereit. Shirt bleibt verschwunden.

3./4. Juni, Belgien – Drei Tage Erkrankung. „Heute fühlte ich mich infektbedingt so schlapp, dass ich mir überhaupt nicht vorstellen konnte, auch nur einen Meter zu fahren.“ Dann doch aufgerafft. Aspirin. Weitergefahren.

8. Juni, Zwillbrocker Venn – Am vorletzten Tag, 148 km, kurz vor der deutschen Grenze: Flamingos. Keine Camargue, sondern Niederrhein. „Wir konnten es kaum glauben, aber tatsächlich: Dort standen die gleichen rosafarbenen Viecher herum wie in der Camargue.“

9. Juni, Scholen – Pfingsten, 114 km, drei Eispausen: Bersenbrück, Diepholz, Barnstorf. „Die gut hundert Kilometerchen im Flachland waren für uns keine ernsthafte Herausforderung mehr.“ Dann Scholen. 54 Tage, 5.272 km.

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Die Romreise ist in 56 Beiträgen dokumentiert – von der Abfahrt in Scholen bis zur letzten Etappe nach Hause.


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