Autreville – Saint-Thiebault (47,4 km)

Le Cheval blanc, meine Herberge

Der Tag fing mit Regen an. Und zwar mit Regen in der Form, wie wir ihn im Münsterland bestens als Dauerregen kennen, so, als wollte er niemals wieder aufhören. Bis Neufchâteau hat er mich dann auch tatsächlich begleitet, sodass ich dort schon mein Tagespensum beenden wollte.

Aber ein guter französischer Kaffee und ein Pfund Aprikosen wirken Wunder! Plötzlich war meine Gehfreude wieder da, und die Sonne zeigte sich zudem. Also bin ich weitergelaufen. Wie schon am Morgen führte der Weg über die Trasse der ehemaligen römischen Straße von Lyon nach Trier, also schnurgeradeaus. Im Gegensatz zu den 15 km am Morgen jetzt in Form einer Landstraße mit Autoverkehr. Das wollte ich mir dann doch nicht antun und habe mir abweichend vom vorgeschlagenen Weg auf eigene Faust einen Pfad durch die Pampa nach Saint-Thiebault gesucht.

Das war ganz schön abenteuerlich, weil einerseits die in meiner OpenStreetMaps-Karte eingezeichneten Wege nicht mehr alle begehbar waren, andererseits wesentlich mehr Wege da waren, als die Karte hergab. Glücklicherweise bin ich auf riesige abgeerntete Weizenfelder gestoßen, sodass ich auch ohne Wege in die vorgesehene Richtung vorankam.

In Saint-Thiebault hatte ich das Glück, dass im „Le Cheval blanc“ noch ein Zimmer für mich frei war. Und etwas zu essen bekomme ich hier auch. Was will ich mehr?