Dass das Ankommen und Hierbleibenmüssen so grausam werden würde, hätte ich nicht gedacht! Nach einer furchtbaren Nacht, in der mich der Lärm dieser Touristenstadt um den Schlaf gebracht hat, bin ich ziemlich gerädert aufgestanden und wusste nichts Rechtes mit mir anzufangen. Nur dass ich die Unterkunft wechseln muss, das war mir klar.
Also habe ich als Erstes eine neue Bleibe aufgetan. Im „A Casa do Peregrino“ hat man mir ein Zimmerchen im vierten Stock angeboten, das hoffentlich weit genug vom Lärm der vielen Menschen weg ist, dass ich in der nächsten Nacht anständig schlafe.
Dann habe ich mir im Café Casino mein Frühstück gegönnt. So am frühen Morgen ist Santiago noch einigermaßen ruhig und erträglich. Als ich dort beim Kaffee saß, meldete sich Dominik, der just per Bus aus Fisterra zurückgekehrt war. Er hatte ab Saint-Jean-Pied-de-Port den Camino del Norte gewählt, hatte dort sein gewohntes hohes Tempo vorgelegt und war deshalb schon in Finisterre gewesen.
Das war eine Freude, ihn wiederzutreffen, mit ihm über die vergangenen vier Wochen zu plaudern und anschließend gemeinsam zu Mittag zu essen! Neben Susanne und Kurt aus der Schweiz ist er der Einzige von den Pilgern, die ich unterwegs traf, der ebenfalls an seiner Haustür losgelaufen ist.
Ansonsten habe ich den Tag mit Lebensmitteleinkauf und Stadtbummel verbracht. Ich will nämlich heute Abend mal nicht im Restaurant essen, sondern in Ruhe in meinem Zimmer.





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