Cluny — Lux

41. Tag, 82 Kilometer, 750 Höhenmeter

Unser heutiger Tag war bestimmt von der Suche nach den Spuren meiner Tante, die ich zusammen mit meiner Schwester in den frühen Siebzigern zusammen mit unserer Großmutter in einem Kloster im Burgund besucht hatte. Mir war nur noch eine Radtour von dort nach Taizé in Erinnerung und eine ganz vage Ortsbezeichnung.

Wir sind also von Cluny aus zunächst das Karmelitinnenkloster Mazille „Carmel de la Paix“ in Chaumont angelaufen, eine überaus anstrengende Angelegenheit wegen der vielen Höhenmeter. Die überaus freundliche Nonne an der Pforte dort kannte zwar unsere Tante nicht, verwies uns aber an die unweit wohnende Schäferin, die besser informiert sei. Diese hat uns dann, als ich den Namen „Venière“ erwähnte, sofort an die Abbaye Notre-Dame bei Boyer verwiesen.

Mit diesem Wissen fuhren wir nach Cluny zurück und von dort aus den Bahntrassenweg „Voie Verte 1“ nach Norden. Tolles Radeln war das! Kaum Steigung oder Gefälle, kein Autoverkehr und auch nur vereinzelte Fahrradfahrer unterwegs. Dafür war, anders als in den vergangenen Tagen, das Wetter eher grau und trübe, was auch auf unsere Stimmung drückte.

In der Benediktinerinnenabtei Venière stellte sich schließlich heraus, dass meine Tante dort schon vor dreißig Jahren ausgeschieden und in ein Zisterzienserinnenkloster in den neuen Bundesländern eingetreten war.

Somit war unsere Aufgabe gelöst. Wir sind noch ein paar Kilometerchen an der Saône gen Norden gefahren, zweimal nass geworden und schließlich in einem kleinen Hotel direkt am Fluss abgestiegen. Wir haben uns ein Zimmer mit Blick auf die Saône genommen, wurden ganz vorzüglich von Madame bekocht und lassen nun gemütlich im Bett den Tag ausklingen.

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