Montélimar — Tournon-sur-Rhône

37. Tag, 96 Kilometer, 370 Höhenmeter

Gestern Abend ist mir ein Malheur passiert. Die Bedingungen in unserem Hotel waren gut, und so habe ich meine Socken, Radhose und Shirts gewaschen und am offenen Fenster zum Trocknen aufgehängt. Als ich mit meiner Liebsten von Stadtrundgang und Abendessen zurückkam, war alles trocken, nur mein Radshirt war weg. Vom starken Wind war es wohl mitsamt dem Bügel, auf den ich es gehängt hatte, aus dem Fenster geweht worden.

Natürlich habe ich sofort auf der Gasse unter unserem Fenster nachgeschaut, leider ohne Ergebnis. Die überaus zuvorkommende und hilfsbereite Empfangsdame unseres Hotels ist sogar noch mit mir die Gasse entlanggegangen und hat anliegende Geschäftsleute befragt. Mein Hemd blieb verschwunden. Dann hat mir die Empfangsdame angeboten, mir aus ihrem Bestand Ersatz zu beschaffen. Ich möge mich nur bis zu ihrem Dienstschluss eine halbe Stunde vor Mitternacht gedulden. Sie hat mich dann tatsächlich mit in ihre Wohnung genommen und mir ein ausrangiertes Oberhemd geschenkt. Ich war tief beeindruckt von ihr Engagement und ihrer Hilfsbereitschaft einem völlig Fremden gegenüber. DANKE!

Der heutige Fahrradtag hat uns auf gut ausgeschilderten Wegen fernab des Straßenverkehrs auf dem EuroVelo EV17 gen Norden geführt.Die Strecke führt die ganze Zeit mit wenig Steigungen mehr oder weniger nahe an der Rhône entlang. Der stürmische Wind von gestern ist immer mehr abgeflaut, sodass wir ohne große Anstrengung gut vorankamen.

Zum Abschluss der Etappe haben wir mit großem Glück das letzte freie Zimmer der gesamten Gegend ergattert. Sämtliche Ressourcen sind nach Aussagen des Hotelpersonals zurzeit von Weinliebhabern der Domäne L’Hermitage okkupiert.

Trotz Überfüllung haben wir noch etwas zu Essen und Trinken bekommen und gehen jetzt angenehm gesättigt ins Bett.

5 Kommentare

    1. Liebe Inês,

      wie schön, dass Sie uns auf unserem Blog folgen! Gern dürfen Sie von unserer Europareise erzählen und auch gern unsere Blogadresse weitergeben.

      Ihnen nochmals herzlichen Dank für Ihre spontane Hilfsbereitschaft! Durch Menschen wie Sie haben wir auch unterwegs das gute Gefühl, stets gut aufgehoben und willkommen zu sein.

      Herzliche Grüße
      Burkard Meyendriesch

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