Livorno — Carrara

27. Tag, 81 Kilometer, 320 Höhenmeter

Ziemlich am Anfang der heutigen Etappe hatten wir eine ungeplante Geländeeinlage. Der ohnehin schon recht holprige und matschige Weg, den mein Road Captain gewählt hatte, endete nach zwei Kilometern abrupt an einem Bahndamm.

Den ganzen Krempel durch‘s Unterholz den Bahndamm hoch, zwei Gleise überqueren und auf der anderen Seite ebenfalls ohne vernünftigen Weg wieder herunterzuschieben, schien uns zu unattraktiv. Zurückfahren kam erst recht nicht infrage. Also blieb nur noch, mitsamt dem Flüsschen, das uns die letzten Kilometer auf der linken Seite begleitet hat, die Bahn zu unterqueren. Das war zwar nicht vorgesehen, aber offenbar schon von anderen Menschen so praktiziert worden. Allerdings ohne vollbeladenem Tandem.

Also haben wir abgerödelt, zuerst unser Gepäck durch den Engpass transportiert und dann das Tandem nachgeholt. Der Pfad war streckenweise derart schmal, dass wir das Tandem über dem Fluss tragen mussten, um selbst noch einen Fußbreit Platz zum Gehen auf den Randsteinen zu finden. Hat aber alles prima, verletzungsfrei und ohne Verluste geklappt, sodass wir uns nach vollbrachter Tat erleichtert in die Arme genommen haben. 

Ab dort sind wir dann entspannt an einem Kanal entlang nach Pisa gefahren. Ja, der Campanile des Doms Santa Maria Assunta von Pisa aus dem zwölften Jahrhundert ist tatsächlich schief! Viel interessanter war für mich aber das gesamte Ensemble aus Basilika, Campanile, Baptisterium und Camposanto. Mir war bis dato überhaupt nicht klar, dass der schiefe Turm in diesen Kontext gehört.

Kaum waren wir den schier unfassbaren Menschenmassen in Pisa entronnen, ging’s weiter an der Küste entlang gen Norden. Über mehr als zwanzig Kilometer erstrecken sich dort Campingplätze, Hotels und Restaurants. Die gesamte Küste ist komplett zugepflastert damit. Allerdings ist die gesamte Infrastruktur jetzt in der Nebensaison fast ausgestorben. Erst in Carrara konnten wir wieder Luft holen und haben uns dort für diese Nacht einquartiert.

Morgen gehts in die Berge …

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