XV. Wochenrückblick

Der Pilger kämpft mit dem Stillstand am Ziel seines äußeren Weges und sucht sich zu öffnen für seinen weiteren Weg der Wandlung. Er hatte nicht erwartet, dass dies der schwierigste Teil der Reise werden würde.

10 Kommentare

  1. Wandlung – wohin, Burkard?
    Mir scheint, dass deine jetzige Stimmung quasi das Pendant zu Deinen ersten Pilgertagen ist. Was erwartest Du in diesem Stillstand nach dem “ewigen” Laufen während der letzten Wochen? Was hast Du überhaupt erwartet?
    Ein Traum erfüllt, ein Ziel erreicht. Nun gilt es anzukommen im Hier und Jetzt und weiterzuschauen, neue Ziele zu finden.
    Doch nun kommt ja Deine Herzallerliebste und gemeinsam werdet Ihr in die Ferne schauen und neues entdecken, das Euch – Dich erfüllen wird.
    Bleibe ruhig – genieße die Leere in Dir – sie wird sich mit vielem Schönen anfüllen.
    Es ist gut so!
    Sei herzlich gegrüßt von
    Ulla

    1. Der zu werden, der ich bin. Oder auch: Quia fecisti nos ad te et inquietum est cor nostrum, donec requiescat in te. – Beantwortet das Deine Frage, liebe Ulla?

      Danke für Deine aufmunternden Worte, Ulla! Die kann meine aufgescheuchte kleine Seele gut brauchen.

      Herzliche Grüße aus Santiago, wo es jetzt regnet
      Burkard

      1. Hallo Burkard,
        erstmal herzlichen Glückwunsch, dass Du Dein Ziel erreicht hast. Aber wie so oft, der Wege ist das Ziel. Danach entsteht erstmal eine Leere, das ist ganz normal und dann muss man neue Ziele für sich entdecken. Da ich nur das kleine Latinum habe, würde ich mich freuen, wenn Du mir das übersetzt. Danke. LG Evelyn

        1. Liebe Evelyn,

          danke für Deine Glückwünsche!

          Hier die Übertragung meines Lieblingssatzes aus den “Confessiones” des Aurelius Augustinus ins Deutsche: Du hast uns so auf dich hin geschaffen, dass unser Herz unruhig ist, bis es Ruhe findet in dir.

          Herzliche Grüße aus dem verregneten Negreira
          Burkard

      2. Nein, lieber Burkard, dieses Aphorismus beantwortet keineswegs meine Frage. Aber es geht ja um Dich. Wenn ich Deinen Blog in den letzten Tagen richtig gelesen habe, ist Dein Herz ja immer noch voller Unruhe. Das ist einerseits natürlich nach der Pilgertour, aber andererseits hast Du ja etwas erwartet, weil – wenn ich mich richtig erinnere – das ja Dein Pilgerspruch ist. Und nun?

        Doch nun wird Dein Alltag wieder erweitert durch die Ankunft Deiner Herzallerliebsten. Hoffentlich ist mit ihr auch die Sonne am Himmel wieder in Santiago angekommen. In jeder Hinsicht wünsche ich Euch eine sonnige Zeit.
        Seid herzlich gegrüßt von
        Ulla

        1. Liebe Ulla,

          Du bist ganz schön ungeduldig mit mir! Was erwartest Du denn? Ich glaube, dass ich die Schätze meiner Reise in den nächsten sechs bis zwölf Monaten nach und nach heben werde. Die Unruhe und Irritation des Ankommens und Verweilens in Santiago wird sich wohl in den nächsten Tagen geben.

          Heute hatten meine Wundervolle und ich unseren ersten gemeinsamen Gehtag. Nach 21 angenehmen Kilometern bei kühlem und trockenem Wetter sind wir munter und froh in Negreira angelangt und halten nun ein Mittagsschläfchen.

          Dir noch einen schönen Sonntag und herzliche Grüße
          Burkard

  2. Lieber Burkard,
    ich verfolge dich gerade mit Interesse äh, ich meine, was Du schreibst: Ich kann ein bisschen nachvollziehen, dass 4 Stadttage wuschig und unzufrieden machen können, wenn auf einmal die Aufgabe des Pilgerns, körperlich starke Beanspruchung, tägliche Be geisterung und die Tagesstruktur der letzten 100 Tage nicht mehr da sind.
    In Zeiten von Entwicklung empfinden wir auch Flauheit, Verwirrung und innere Unaufgeräumtheit/Suche – wie geht es anderen Weitpilgern? – Zuhause wüsstest Du vermutlich was anzufangen! – kurzum eine Übergangs- und Ersatzstruktur muss her!

    Zum “abpilgern und runterkommen” kannst Du ja täglich 20, 15, 10 Km wandern und sukzessive den Tag mit Aufgaben und Ritualen füllen/planen – bis dich der Alltag wieder umarmt.
    – für ein innerliches Aufräumen fällt mir innere Einkehr als Meditation oder von C.O. Scharmer (een noordeutsche Jung, Frischticker am MIT) das journaling als Leitfaden ein – (Fragen hören und Notizen machen) -> im Netz??
    Lieben Gruss an dich und Sabine &
    keep on walking, man!
    yours Franz

    ps heeijaheeija rufen die Schweden bei den Langlaufmarathons!

    1. Lieber Franz,

      Du kommentierst ja schneller, als ich antworten kann! Ja, Du hast mein Befinden gut verstanden und beschrieben. Danke für den Tipp mit C.O. Scharmer! Werde ich mir mal ansehen.

      Jetzt habe ich gerade unser Zimmer im Parador de Santiago – Hostal Reis Catolicos bezogen und treffe mich in zehn Minuten mit zwei Schweizer Weitpilgern, die mich schon seit Le Puy begleiten. Und gegen acht kommt dann meine Zauberhafte!

      Morgen früh geht’s weiter nach Finisterre.

      Herzliche Grüße aus dem turbulenten Santiago!
      Burkard

  3. schön so rasch zu lesen Burkard – fein. … mir fiel noch ein, dass Meditieren über das tiefe Atmen Ruhe bringt. … und mit der Unruhe und Verwirrtheit kann man auch sprechen (indem du Kontakt mit diesem Empfinden aufnimmst – nachts bitte leise reden!)
    Grüss mir, bitte, das Ende der Welt -finis terrae
    lg Franz

  4. Lieber Burkard,
    das will ich ja nun gar nicht. Mir macht nur dieser Spruch Angst.
    Lassen wir es gut sein, weil man in Kommentaren zu einem Blog nicht alles ausdrücken kann, und wahrscheinlich verstehe ich eh sowieso nichts.
    Lassen wir es darauf beruhen.
    Dir auf jeden Fall alles Gute weiterhin
    Ulla

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