Santiago de Compostela (0km)

So ganz allmählich weicht meine innere Unruhe und Kribbeligkeit, meine Füße müssen nicht mehr unbedingt laufen. Stattdessen macht sich eine große Leere in mir breit; ich weiß in dieser Stadt einfach nichts mehr mit mir anzufangen. Es wird Zeit, weiterzugehen und in absehbarer Zeit auch endlich wieder nach Hause zu kommen!

Wie ich mich darauf freue, ab übermorgen wieder mit meiner wundervollen Frau ganz nah zu sein! Das war der schwerste Teil meiner Reise, so lange auf ihre Nähe verzichten zu müssen. Und ich bin sehr gespannt darauf, wie wir das gemeinsame Gehen gestalten, nachdem ich mich nun so lange an das Alleinsein und das Alleingehen gewöhnt habe. Die Wetterprognose meint es jedenfalls schon mal gut mit uns!

Den heutigen Tag habe ich so richtig schön verbummelt. Morgens und abends habe ich nach schönem Licht Ausschau gehalten, dazwischen bin ich durch die Stadt flaniert, habe die ersten zwei Kilometer des Weges nach Finisterre ausgekundschaftet und bin hin und wieder für einen Imbiss oder einen Schluck zu trinken eingekehrt, ein rundum sorgloser Tag also.

Das Seminario Major kurz nach Sonnenaufgang.
Bei meinem Ausflug in Richtung Finisterre bin ich auf diesen Pilger gestoßen, der den Trubel von Santiago meidend sein Zelt außerhalb der Stadt aufgeschlagen hat.
Was mir auf dem Wegstück nach Finisterre auch noch aufgefallen ist, sind die ungeheuer präzisen Entfernungsangaben. Auf einen Meter genau wird hier gemessen! Wo da wohl der Nullpunkt liegt?
Dieser Pilger hat mein Interesse geweckt; was ihn wiederum so gefesselt hat, konnte ich nicht herausfinden.
Das Abendlicht auf der Praza do Obradoiro …
… und von der Praza des Prazerías aus.
Abendessen beim Italiener. Ich kann einfach kein Pilgermenü mehr sehen, und Pulpo sagt mir auch nicht so zu.
Ach ja, der running gag fehlt noch: Mein Bett für diese Nacht, dieses Mal frisch gemacht.

2 Kommentare

  1. lieber Burkard,
    deinen Zieleinmarsch habe ich versäumt. Die Schilderung deiner Königsetappe 54 Km hat etwas gewaltiges wie ein grosses Finale – nachdem ich dich seit Mitte Juli auf deinem Weg verfolgen durfte. Schön oder schade, dass Du angekommen bist, weil ich mich an die regelmässigen bunten Eindrücke aus deiner bewegten Welt gewöhnt habe, gerne geschrieben habe und sie/dich jetzt vermissen werde. Ganz zu schweigen von den Souvenirs und Anregungen die da einsickern bei mir.
    Ich freue mich, dass du und Sabine euch aufeinander freut!! – Und vielleicht bloggst du ja noch bis du Deutschland erreicht hast –
    ich check jedenfalls den weitpilger und wünsche Euch einfach alles gute –
    lieben Gruss Franz

  2. Lieber Franz,

    für Dich und alle anderen die frohe Nachricht:
    Burkard blogt weiter!

    Ihr habt nun halt auch mich immer dabei-
    und es geht uns so richtig gut, auch wenn es für mich heute nach 21 km schon für den Anfang genug war.

    Bis bald,
    Sabine

Kommentar hinterlassen