Melide – Santiago de Compostela (54,4km)

Das hätte ich heute Morgen nicht gedacht, dass ich nun schon am Ziel meiner langen Pilgerreise bin! Eigentlich wollte ich ja aus der Reststrecke ab Melide zwei Tagesetappen machen. Aber als ich mich dann nach dreißig Kilometern allmählich nach einer Unterkunft umsehen wollte, gab’s da nur noch Pedrouzo, und das fand ich dermaßen unattraktiv, dass ich mich zum Weitergehen entschloss. Und als dann auch noch die Sonne herauskam und der Camino seit Pedrouzo wie leergefegt wirkte, stand mein Entschluss fest: Ich bringe die Sache heute zu Ende!

Das längere Gehen machte mir überhaupt nichts aus, und die übliche Sorge, zu späterer Stunde keine attraktive Unterkunft mehr zu finden, hatte ich bei Santiago auch nicht. So konnte ich gänzlich unbeschwert nur mit mir und dem Weg meinen letzten Gehtag beschließen und damit mein großes Abenteuer beenden.

Bestimmt wird mir das Gehen morgen fehlen, aber jetzt im Augenblick bin ich froh und glücklich, nach 98 Gehtagen nun munter und gesund am Ziel meiner Reise angekommen zu sein!

12 Kommentare

  1. Lieber Weitpilger,

    meine herzlichen Glückwünsche zur Ankunft in Santiago! Sie kommen dieses Mal aber nicht aus Buxtehude, sondern aus dem Süden Deutschlands, wo ich gerade Urlaub mache. In der Nähe von Giengen an der Brenz gibt es ein sog. “Jakobswegle”, das ich letzte Woche gegangen bin. Ich habe dabei oft an Sie gedacht und viel über den Camino erfahren. Besonders interessant war es, die dortigen Beschreibungen mit Ihren Berichten zu vergleichen.

    Auch ich werde meine schönen bebilderten “Gute-Nacht-Geschichten” vermissen – aber vielleicht gibt es ja noch einen kleinen Nachschlag vom Weg zum Cap Finistère? Ein großes Dankeschön für die tollen Fotos und die dazugehörigen Berichte vom Tag!

    Ganz herzliche Grüße

    Ulla Eichhorn

    1. Liebe Frau Eichhorn,

      vielen Dank für Ihren Glückwunsch! Dabei mögen bei mir im Augenblick die Glücksgefühle über den frisch beendeten Weg noch gar nicht so recht aufkommen. So richtig bin ich wohl immer noch nicht da.

      Schön, dass Sie auch in Süddeutschland Pilgerwege entdecken! Letztlich ist ja der äußere Weg ohnehin nicht so wesentlich, solange seine Bedingungen erträglich sind. Aus heutiger Sicht würde ich ohnehin eher zum Pilgern in Deutschland oder in Südfrankreich raten. Der spanische Teil ist einfach zu nervenaufreibend.

      Ihnen noch gute Tage im deutschen Süden und herzliche Grüße aus dem noch fast sommerlich warmen Santiago!
      Burkard Meyendriesch

  2. Du Liebster,

    wie schön Dich gesund und glücklich in Santiago zu wissen.
    Nun sind es noch 4 Tage und wir sehen uns wieder und ich freue mich drauf, Dich durch das gemeinsame Laufen nach Santiago noch ein bisschen besser verstehen zu können,

    Deine Sabine

    1. Du meine Wundervolle!

      Wie ich mich darauf freue, Dich nach Deiner Buchmesse am Samstag hier in Santiago in meine Arme schließen zu können! Ich hoffe, die Strecke nach Finisterre vermittelt Dir einen Eindruck davon, was ich die letzten dreieinhalb Monate so getrieben habe und was mich beschäftigt hat.

      Nur noch viermal wachwerden, dann bist Du hier!

      Zärtlich küsst Dich
      Derimmerundüberalldeinste

  3. Lieber Burkard, auch von mir herzlichen Glückwunsch und danke für die Berichte und die wunderschönen Bilder. Dir und Sabine dann noch viel Glück für die gemeinsame Wegstrecke zum Cap Finistère. Evelyn

    1. Liebe Evelyn,

      danke für Deine Glückwünsche! Auch wenn ich im Augenblick mein Glück noch gar nicht richtig empfinden kann, bin ich froh und dankbar für den guten Verlauf und Ausgang meines Abenteuers. Und ein kleines Abenteuer nach Finisterre folgt ja noch, von dem Sabine ich ich Euch gern persönlich berichten werden.

      Herzliche Grüße aus dem sonnigen Santiago!
      Burkard

  4. Hallo Burkard,

    Ich freue mich für Dich, dass Du Dein großes Ziel erreicht hast. Ich wünsche Dir und Sabine ein schönes gemeinsames Ende Deiner Reise und ein gutes “Wiederheimkommen.

    Beste Grüße
    Michael

  5. Lieber Burkard, das ist ja unglaublich, jetzt bist du schon da! Ich neige meinen Kopf vor dieser Tat, diesem Abenteuer, diesem Weg! Und jetzt? Was machen die Füße, die Gedanken, laufen die immer noch? Ist das fassbar, dass du nun da bist? Kannst du das begreifen? Puh, es ist einfach großartig! Hoffentlich findest du in Santiago ruhige Stellen und nicht nur überbevölkerte, nein, überbepilgerte Orte… ich glaube, ich würde durchdrehen und wüsste nicht wohin mit meiner Freude, aber vielleicht ist es bei dir ganz anders… jetzt freu dich auf Sabine und das letzte Stück zum Meer. Ich sehe deine Liebste noch vor dir am Donnerstag auf der Buchmesse…
    … und heute Abend bekommen wir doch auch noch Fotos aus Santiago, oder? Ich würde mich freuen!
    Liebe Grüße
    Gudrun

    1. Liebe Gudrun,

      Danke für Deine treue Begleitung über all die Wochen! Ja, die Frage “Und jetzt?” hatte ich nicht im Voraus bedacht. Sie bricht gerade über mich herein, und dass das so heftig werden würde, hätte ich niemals erwartet. Ich finde hier in Santiago in all diesem Trubel einfach keine Ruhe. Noch nicht, denn ich hoffe stark, das findet sich noch!

      Freuen tue ihm mich im Augenblick nicht so sehr über das glückliche Ende meiner Pilgerreise als vielmehr darüber, dass ich in weniger als vier Tagen meine Liebste wieder ganz nah bei mir habe. Meine Reise betreffend spüre ich eher Wehmut und Trauer, dass sie nicht weitergeht. Und das, wo ich doch die letzten Tage unterwegs unbedingt ganz schnell ankommen wollte. Diesen emotionalen Widerspruch konnte ich bisher noch nicht auflösen.

      Schön, dass ich ab Sonntag noch ein paar Tage mit meiner wundervollen Sabine gehen und sie an meiner Bewegung teilhaben lassen darf! So komme ich sicher besser runter und wieder in das alltägliche Leben zu zweit hinein.

      Du, ich freue mich darauf, Dir bald in gemütlicher Runde bei einem Glas Wein persönlich von meiner Reise zu erzählen!

      Herzliche Grüße aus dem spätsommerlichen Santiago!
      Burkard

      mich.

  6. Lieber Burkard, schön dass Du mit dem Pilgern jetzt fertig bist, dann können wir ja endlich wieder zusammen laufen! Du hast sicher viel zu erzählen. Es freut mich sehr, dass Du Dein Ziel erreicht hast (sah am Anfang nicht ganz danach aus).
    Herzliche Grüße aus MS von
    Andreas (und den anderen Meerwieseln)

    1. Lieber Andreas!

      Ja, so ist das wohl mit ambitionierten Zielen, zwischendurch verlässt einen die Courage und man kriegt Fracksausen. Ich bin froh und dankbar, dass ich meine Krisen – auch mit Eurer Hilfe – überwinden konnte.

      Aufs gemeinsame Laufen mit Dir und Euch freue ich mich auch schon! Ich hoffe, ich hab’s in all den Wochen nicht völlig verlernt! Ihr seid hoffentlich so nett, etwas Rücksicht auf mich zu nehmen.

      Herzliche Grüße aus dem spanischen Spätsommer in Santiago!
      Burkard

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