Nájera – Santo Domingo de la Calzada (22,7km)

OMein eindrücklichstes Erlebnis heute war die Neubaugeisterstadt zwischen Ciriñuela und Cirueña. Mehrere hundert nietnagelneue Reihenhäuser und Wohnungen stehen hier leer. Es ist richtig gespenstisch, hier durchzugehen! Wo man reges Leben, spielende Kinder, plaudernde Leute erwarten würde, herrscht stattdessen absolute Stille. Ab und zu patrouilliert der Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes mit seinem Auto am Fotografen vorbei und beäugt ihn misstrauisch.

Mich hat bei diesem Anblick kalte Wut und auch Scham befallen. Wut, weil hier ganz offensichtlich am Gemeinwohl vorbei in großem Umfang in Erwartung hoher Renditen Kapital vergraben wurde. Hatte nicht weiland ein Herr Ackermann die Aktionäre seiner Bank mit satten 25% Rendite angelockt? Scham, weil auch ich mal so naiv war zu glauben, ich könne “mein Geld für mich arbeiten lassen”, ohne Andere dadurch zu schädigen. Wie dämlich muss man eigentlich sein zu glauben, Geld könnte arbeiten?

Nach vollkommen entspanntem Gehen über diese kurze Etappe habe ich in einem netten Hostel ein Einzelzimmer bekommen, in dem ich mich hemmungslos ausbreiten und ausgiebig duschen kann.

2 Kommentare

  1. Liba – ganz münsterländisch – Burkard,
    spontan geht mir durch den Kopf: Wer bezahlt eigentlich den Sicherheitsdienst?
    Na dann gibt es ja für die Flüchtlinge zumindest in Spanien ein paar Wohnungen, die in D irgendwann in den nächsten Monaten, wenn nicht Jahren gebaut werden müssen. Also bringen wir sie nach E. Etwas sarkastisch – ich weiß.
    Zum andern erinnert mich Dein Bild mit den Schafen an eine Welle, die auf uns zurollt. Bei Dir sind es Schafe, bei uns … Flüchtlinge, VW, Geld, Klima, … Die Zukunft wird es zeigen.
    Eindrucksvolles Weiterpilgern wünscht Dir
    Ulla

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