St.-Jean-Pied-de-Port – Roncesvalles (23,6km)

Als ich heute gegen acht mit Elias und Dominik aufbrach, herrschte strahlender Sonnenschein bei angenehm kühlen Temperaturen. Zuerst haben wir uns von Dominik verabschiedet, der den Camino Del Norte geht und deshalb schon ab St.-Jean-Pied-de-Port eine andere Route wählte.

Von Anfang an ging’s zügig hoch und mir wurde auch in meinem üblichen T-Shirt angenehm warm. Mit zunehmender Höhe wurde es erwartungsgemäß immer kälter und stürmischer, und schließlich war es am Col de Lepoeder so nieselig, kalt und grau, dass ich keine Lust auf einen Aufenthalt hatte und direkt zügig weitergegangen bin. So kam’s, dass ich schon vor zwölf in Roncesvalles war und mir nun noch zwei Stunden vertreiben muss, bis um zwei Uhr die Pilgerherberge endlich öffnet.

Der Camino Francés fühlt sich für mich richtig heimisch an. Einige Ecken der heutigen Etappe hatte ich noch aus 2010 gut in Erinnerung. Ich bin gespannt, wie sich mein zweiter Durchgang durch diesen historischen Weg so anfühlt. In meinem Abenteuer ist auf jeden Fall jetzt das letzte Viertel angebrochen und ich fühle mich im Augenblick wie beim Einbiegen in die Zielgerade.

6 Kommentare

  1. Wirklich grandios – der Sonnenuntergang, lieber Burkard.
    Die Farben und diese hingetupften Wolken – einfach himmlisch! Daraus könnte man ein wunderschönes Aquarell zaubern.
    3/4 hast Du schon hinter Dir – wie viele Tage noch? Und Du liegst in den Armen der geduldigsten, tolerantesten, toughsten aller Frauen. Die Zeit vergeht wie im Fluge …
    Glück und Harmonie mögen Dich weiterhin begleiten.
    Ulla

  2. lieber Burkard,
    danke für die guided tour! – mmmh mit Blick auf die Etappen habe ich mich gefragt: Wie planst Du das eigentlich – und was passiert, wenn du zu spät ankommst oder so schnell gehst, dass aus Pilgern Sport wird? – Was würde der heilige Jakob sagen? (dessen Geschichte ich nicht kenne – falls er den Pilgern überhaupt etwas zu sagen hat?) –
    Manche deiner Bilder im pays Basques laden mich auf eine Zeitreise ein – ich finde mich weniger melancholisch als erstaunt, wie rasch die Zeiten vergehen. Damals hätte ich nicht träumen können, wo mit wem und wie ich Jahrzehnte später lebe. Zumindest hatte ich keine konkreten Ziele, Ahnungen waren da! –
    Buntes Treiben im Touristenort (wimmelbilder), Gesellschaft und Bier! – schön, dass deine himmelbilder dann meinen Blick weiten und offen bleibt, wie es, er oder sie weitergehen.
    wohlan grüsst
    Franz

    1. Lieber Franz!

      Ich plane meine Etappen nicht. Morgens beim Aufbruch weiß ich nie, wo ich abends wohl sein werde. Klar ist nur, dass ich in Richtung Santiago gehe, mein Ziel also abends näher liegt als morgens. Das reicht mir.

      Gegen das zu schnelle Gehen trete ich ab und zu bewusst auf die Bremse. Bis Burgos sollen es nicht mehr als fünfundzwanzig Kilometer täglich werden, sonst bin ich vor Sabine da. Über den ollen Jakobus mache ich mir allerdings keine Sorgen.

      Wie schön, dass meine Schilderungen und Bilder gute Erinnerungen bei Dir wachrufen! Ich hoffe, auch die nun folgenden Spanienbilder werden Dir gefallen.

      Herzliche Grüße aus dem sonnigen Uterga!
      Burkard

  3. Lieber Burkard – was wird, wenn Du (demnächst) in Santiago de Compostella angekommen sein wirst? Gehört es doch mittlerweile zu meinem abendlichen oder morgendlichen Ritual, Deinen Blog zu lesen – die inneren Bilder bestens versorgt mit “Futter”durch Deine beeindruckenden, Fotos, oft genug d i e Sehnsuchtsbilder schlechthin.
    In diesem Sinne freue ich mich auf morgen, und auf mehr aus Deinem ganz persönlichen Reisetagebuch!
    “Gut Schuh und Fuß”, und ein sehr herzlicher Gruß an den mutigen Wanderer von

    Caroline

    1. Liebe Caroline!

      Schön, dass Du mit dabei bist! Keine Ahnung, was wir tun können, damit Du nicht auf Entzug kommst. Jeder Weg, auch meiner, geht nun irgendwann einmal zu Ende, und damit auch dieser Blog.

      Vielleicht kann ich Dir ab und zu Stimmungsbilder aus Scholen schicken.

      Herzliche Grüße aus dem sonnigen Uterga!
      Burkard

      1. Lieber Burkard, danke für Deine nettfreche Antwort zu meinem “Entzug” nach Beendigung Deines Pilgerblogs! Aber Bilder, dann ersatzweise aus Scholen, das scheint mir auch recht spannend…

        Einen guten Weg morgen und herzliche Grüße von

        Caroline

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