Larcevaux – St.-Jean-Pied-de-Port (21,7km)

Das war vielleicht ein Wetter heute! Schon um halb sieben, als ich aufwachte, war es zweiundzwanzig Grad warm. Und die ganze Nacht hindurch hatte schon ein so heftiger Sturm gewütet, dass ich mich nicht getraut hatte, das Fenster meiner Gewohnheit entsprechend offen zu lassen.

Beim Start gegen acht blies uns (Elias, Dominik, Gabi und mir) dann auch ein kräftiger Südwind mit Spitzen bis Windstärke acht ins Gesicht. Das war schon anstrengendes Gehen! Und meinen Hut musste ich auch in der Hand halten, sonst wäre er mir weggeflogen. Das war schon eine besondere Erfahrung, bei strahlend blauem Himmel mit wenigen Wolken bei sommerlichen Temperaturen einen solchen Sturm zu erleben!

Gegen Mittag kamen wir dann in St.-Jean-Pied-de-Port an. Was für ein Schock, nach Wochen der Ruhe innerhalb einer Gruppe von mehr oder weniger bekannten Menschen plötzlich mit Massen an Touristen und neuen Pilgern konfrontiert zu sein! Mein erster Impuls war: Nur schnell wieder weg von hier! Nach dem Feierabendbier und einem guten Salade Gourmand sah die Welt aber schon wieder besser aus, und als sich dann auch noch der Gîte, den Elias für uns gebucht hatte, als sauber und angenehm erwies, war ich wieder im Frieden mit der Welt.

Das war heute der letzte Tag in Frankreich. Morgen früh geht’s zum Col de Lepoeder hinauf, und im Abstieg erwartet uns als erstes spanisches Etappenziel Roncesvalles. Für mich fühlt sich das an wie das Einbiegen in die Zielgerade. Ab dann geht’s nur noch geradeaus bis Santiago. Okay, ein paar Hügel liegen noch dazwischen.

Ein Kommentar

  1. Lieber Burkard,
    auch im Münsterland stürmte UND regnete es dazu heute gewaltig. Auch wenn die Temperaturen für den Herbst mit 17° C ungewöhnlich hoch sind, fühlt es sich doch wie Herbst an.
    Das Bild mit dem toten Baum vor dem erwachenden Tag ist auch wegen der Farben sehr pittoresk.
    Je weiter Du Dich kilometermäßig entfernst, desto deutlicher wird, dass meine Welt sich immer mehr entfernt und wir versunken sind in den alltäglichen Sorgen um die uns anvertrauten Menschen und die Machtkämpfe, die große Projekte mit sich bringen. Manchmal meine ich auf einem anderen Planeten zu leben, wenn ich Deinen Blog lese.
    Somit wünscht Dir weiterhin viele schöne, eindrucksvolle, gedankenverlorene Augenblicke im Hier und Jetzt voller Achtsamkeit
    Ulla

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