Arthez-de-Béarn – Navarrenx (31,5km)

Heute war den ganzen Tag dichter Nebel. Die Landschaft war wie in Watte gepackt, alles war irgendwie unwirklich still, was wohl nicht nur am Sonntag lag. Der Weg ist wieder anstrengender geworden, man merkt das Pyrenäenvorland. Ständig sind Bäche oder Flüsse zu überwinden, die ja ihrer Natur gemäß in Tälern fließen. Also steigt der Wanderer zur Brücke hinab, um gleich danach wieder mit einer langen und kräftigen Steigung konfrontiert zu werden. Ich bin trotz Nebelwetters und moderaten Temperaturen gut warm geworden.

Heute Abend treffen sich die Pilger, die hier in Navarrenx übernachten, in der Kirche zum Gottesdienst. Anschließend gibt’s einen gemeinsamen Umtrunk, bevor um halb acht hier im Relais du Jacquet das Abendessen gereicht wird.

6 Kommentare

  1. Wieder einmal schöne Bilder – grade das erste Abendstimmungsphoto erinnert mich an den Surrealisten René Magritte. Die einzelne Lampe vor den Wolken wirkt wie der Vollmond-
    was zum Träumen.

    Danke für Dein Teilhaben lassen,
    Deine Sabine

  2. Lieber Burkard, ich war eben im Schauspielhaus in “Mephisto” und da fiel der Satz: “Ich gehe meinen Gedanken nach…”, und da musste ich an dich denken. Gehst du deinen Gedanken nach oder gehen deine Gedanken dir nach oder geht ihr zusammen? Haben Gedanken Wanderschuhe und kennen sie Landschaften und Wetter und Perspektiven?
    Wie auch immer, ich wünsche euch gutes Weitergehen, deinen Gedanken und dir!
    Liebe Grüße
    Gudrun

    1. Liebe Gudrun!

      Mit Denken beschäftige ich mich nicht viel. Ab und zu blitzt ein Gedanke auf und will ein bisschen durchgekaut werden. Ist aber selten. Mich beschäftigen der nächste Schritt und meine unmittelbare Umgebung und gegen Nachmittag immer die Frage, wo ich in der Nacht schlafen kann.

      Ganz herzliche Grüße
      Burkard

  3. hi Burkard,
    verwegen der Blick und strubbelig der Bart – zweiteres kenne ich nicht von Dir. Deine Bilder und Beschreibungen vom pays de lÁdour erinnern mich an die Sommerschule in Pau, wo ich Französisch und vor allem Land und Leute kennenlernen durfte. Die Regenwolken vom Atlantik kommend wässern zumindest die Palmen – so hab ich das Wetter wohl ertragen.
    Dass auf einmal soviel Pilger unterwegs sind steht so im Kontrast zu deinen Anfangsetappen – da hatte ich das Gefühl: alors Burkard doit se debrouiller – du musst dich regelrecht durchschlagen und Einsamwandern ist Pilgerlohn.
    Ich wünsche dir gute Pfade in dieser Woche (in Bayern fängt die Schule an!)
    a bientot
    franz

    1. Guten Morgen mein lieber Franz!

      Danke für Deine aufmunternden Worte! Es freut mich, dass Dich meine Schilderungen an eine gute Zeit in Südfrankreich erinnern!

      Draußen schüttet es gerade wieder und nimmt mir ein bisschen den Schwung, fix in die Puschen zu kommen und loszulaufen. Da ich heute ohnehin einen faulen Tag einlegen und nur knapp zwanzig Kilometer gehen will, schadet ein bisschen Rumtrödeln aber nicht.

      Dir einen guten Wiedereinstieg in die tägliche Routine, und grüß’ mir Deine Lieben!

      Herzlichst, Burkard

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