Lectoure – Condom (37,2km)

Heute stand mal wieder eine etwas längere Etappe auf dem Plan. Außerdem wollte ich auch noch den Umweg über La Romieu gehen. Also bin ich vorm Morgengrauen aufgestanden und um viertel nach sechs gestartet. Die Morgenstunde in der Kleinstadt hatte ihren gewohnten Charme, der mich auch heute wieder zu einem Foto animiert hat.

Die ersten zwanzig Kilometer bis La Romieu schlängelten sich ohne Besonderheiten bergauf und bergab durch die Gascogne. Dort gegen zehn angekommen legte ich erstmal eine Gehpause ein, um in Ruhe das Collégiale Saint-Pierre besichtigen zu können. Auch wenn die Gebäude in einem beklagenswerten Zustand sind, kann man noch heute ihre ursprüngliche Schönheit erspüren. Insbesondere der Kreuzgang hat mich begeistert.

Die verbleibenden bis auf ein Kapellchen eher eintönigen Kilometerchen bis Condom konnte ich noch vor der Nachmittagshitze abspulen und schon gegen halb drei meine Luxusherberge “Le gîte de Gauge” beziehen. Hier gibt’s alles, was das Herz begehrt, ein großes Bett, ein eigenes Bad mit Wanne (!) und einen großen Balkon zum Garten hin. Und das Beste: Das Paket mit dem neuen Paar Wanderschuhe, das meine Liebste vor zehn Tagen auf den Weg gebracht hatte, lag hier für mich bereit. Ab morgen laufe ich also mit neuen Schuhen, die alten darf Madame entsorgen.

4 Kommentare

  1. Hallo Burkard,
    der Homepage der jakobusbruderschaft habe ich entnommen, dass es einen sogenannten ” Kölner Weg ” nach Santiago gibt. Den gehst Du offensichtlich. Mich interessiert dabei ob dieser Weg in der Pilgerliteratur so genau beschrieben ist, dass auf umfangreiches Kartenmaterial verzichtet werden kann? Ist der Weg auf den einzelnen Etappen ausreichend markiert?
    Fröhliches Weiterwandern wünscht
    Uwe

    1. Lieber Uwe,

      ja, ich orientiere mich am “Kölner Weg”. Allerdings würde seine lückenhafte Auszeichnung zwischen Trier und Le Puy bei Weitem nicht ausreichen, ausschließlich danach zu gehen. An vielen Abzweigungen fehlt schlicht ein Hinweis, und oft gibt es über Kilometer keinerlei Bestätigung, dass man noch auf dem richtigen Weg ist.

      Ich hatte mich bei meiner Reiseplanung ohnehin gegen Reiseführer und Karten entschieden, weil ich unbedingt Gewicht einsparen wollte. Stattdessen habe ich mir aus vorhandenen Strecken aus dem Internet eine GPX-Track für die gesamten 3.200 Kilometer gebaut. Zusammen mit der App “Pocket Earth” auf meinem iPhone dient sie mir an jedem Abzweig als präzise Orientierung. Das klappt hervorragend! Viel besser als Karten und Reiseführer, weil das Gerät eben ständig meine aktuelle Position kennt. Ich habe mich bisher nur ein einziges Mal verlaufen, und das lag auch nur daran, dass ich im Gespräch vertieft und deshalb unaufmerksam war.

      Wenn Dich die Abhängigkeit von einem elektronischen Maschinchen nicht stört, kann ich Dir meine Lösung nur wärmstens empfehlen.

      Herzliche Grüße
      Burkard

  2. Lieber Burkard,
    Du fühlst Dich wohl und das freut mich sehr für Dich.
    Hier in Münster strömen sowohl über die HSP als auch über meine Flüchtlingskinder viele Eindrücke auf mich ein. Die ein oder andere freie Stunde brauche ich im Moment, um das alles zu verarbeiten. Sei mir nicht gram. Ich bin nicht desinteressiert; mein Blick richtet sich zurzeit auf die Menschen unmittelbar um mich herum.
    … und Dein oder besser Euer großer Tag ist ja schon in Sichtweite … wie schön!
    Auf dass es Dir weiterhin gut ergeht!
    Ulla

  3. Na, das freut mich richtig, dass Du die Wanne sogar genutzt hast! Wahrscheinlich wird’s die nächsten Tage auch wieder spartanischer, dementsprechend geniess den Luxus, hast Du Dir ja nicht ausgesucht.

    Schlaf schön, Liebstermein

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