Golinhac – Conques (24,5km)

Ich werde jeden Tag entspannter. Es macht mir nichts mehr aus, dass mein Französisch schwach ist, ich rede einfach, was kommt und vertraue darauf, dass mich mein Gegenüber schon verstehen will. Das klappt meistens auch; seit heute sogar auch am Telefon. Meine Reservierung in der Abtei von Conques hat zwar nicht geklappt, ich habe aber verstanden, warum: Die Pilger werden einfach in der Reihenfolge ihres Eintreffens berücksichtigt, wie auf dem Camino Francés auch.

Der Weg heute war recht ereignislos, außer vielleicht, dass ich munter mit allen möglichen Mitpilgern in Kontakt trete. Auch wenn der Mitteilungswunsch meines Gegenübers schnell von meinem Sprachverständnis begrenzt wird.

Untergekommen bin ich heute in der Abbaye Sainte-Foy, und zwar im Schlafsaal. Glücklicherweise habe ich die untere Etage eines Doppelstockbetts erwischt. Die Verhältnisse sind schon recht spartanisch, aber das Zusammensein mit vielen netten Leuten gleicht das mehr als aus. Ich bin schon gespannt, wie das gemeinsame Abendessen um sieben Uhr wird! Hunger habe ich reichlich, mal sehen, ob es genauso nett wird wie gestern.

Inzwischen bin ich unter meinen Mitpilgern bekannt wie ein bunter Hund. Gerade eben hat mich eine Gruppe zum Bier eingeladen, die unbedingt die Stationen meines Weges im Detail erfahren und sehen wollte und es einfach nicht fassen konnte, dass ich von Scholen bis hierhin nur auf meinen eigenen Füßen gekommen bin. So ein nettes Erlebnis streichelt natürlich mein Ego!

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