St.-Chély-d’Aubrac – Espalion (23,5km)

Nach der gestrigen Schlechtwetteretappe war’s heute einfach traumhaft! Unverschämt blauer Himmel den ganzen Tag, angenehme Temperaturen, eine leicht abschüssige Streckenführung und nach längerer Zeit mal wieder eine Begleitung. Mea (27) aus Zürich habe ich gestern kennengelernt, als ich vor einer Bar saß und mir mein Feierabendbier genehmigte. Sie spricht angenehmerweise deutsch (wenn auch ziemlich viel) und ruft in mir Vaterinstinkte wach, ähnlich wie Rebecca auf meinem Camino 2010.

Die Via Podiensis hat heute ihren Abstieg vom Aubrac zum Vallée du Lot fortgesetzt. Von den ursprünglichen 1.200 Höhenmetern hat sie nun in Espalion ein Niveau von 330 Metern erreicht. In diesem Bereich etwa wird’s vorerst im Lottal weitergehen.

Besonders eindrucksvoll fand ich den heutigen Abstieg, als wir am Vormittag von oben die Wolkendecke im Tal durchquert haben. Zuerst hast sich alles in mir dagegen gesträubt, den wunderbar blauen Himmel mit dem strahlenden Sonnenschein zugunsten einer Waschküche verlassen zu müssen. Glücklicherweise war die Wolkendecke dünner als erwartet und löste sich zudem bald auf, sodass auch im Tal Kaiserwetter herrschte.

Unter diesen guten Bedingungen war’s fast schade, dass wir gegen halb vier Espalion erreichten; ich hätte noch ewig weitergehen können. Aber Körperpflege, Tagebuchschreiben und Blogfüttern wollen ja auch erledigt werden. Außerdem lockte das Feierabendbier.

6 Kommentare

  1. Mein Burkard,

    Du hast ja Dein “Bergfest” gar nicht erwähnt – genauso viele Tage hinter wie vor Dir – daher tu ich das jetzt. Sabine und ich haben vorhin mit einem Aperol darauf angestossen und für die zweite Hälfte wünsche ich Dir viele schöne Begegnungen, wunderbare Eindrücke und so manch neue Erkenntnis!

    Und ein glückliches Wiedersehen in Burgos,
    Deine Sabine

  2. Hallo Burkard,

    heute erhälst Du erstmalig Grüsse aus Sulingen; von Anne und von mir, und wir bedanken uns bei der Gelegenheit für die Einladung, an Deinem Blog teilzunehmen; zwar erst jetzt an Deinem 52.Tag ( !!! ), aber wir verpassen dennoch nichts, da es durch Deine intensive Berichterstattung viel zu lesen und viel zu sehen gibt.Und das haben wir mit viel Interesse, Neugier und auch Spass dabei gemacht.
    Wie wir lesen können, ist “Bergfest” angesagt. Wir freuen uns schon auf Deine zweite Halbzeit und wünschen Dir weiterhin eine fröhliche Wanderung.

    Anne und Uwe

    1. Lieber Uwe, liebe Anne!

      Schön, dass Ihr die widerspenstige Technik soweit dressiert habt, dass Ihr nun auch mit von der Partie seid! Und danke für die Rückmeldung! Ich bin nämlich darauf angewiesen, ab und an ein Feedback von meinen Leserinnen und Lesern zu bekommen um überhaupt zu merken, dass meine Blogbeiträge auch gelesen werden.

      Ich wünsche Euch auch für die zweite Halbzeit gute Unterhaltung und muntere Teilhabe!

      Herzliche Grüße aus Golinhac
      Burkard

  3. moin burkard,
    dein französisch ist wirklich miserabel.
    besoffenes unterwegssein, mit oder ohne dogmen,
    ist auf jedenfall nicht wünschenswert.
    wg.: regenschirm: thomas hürlimann, nietzsches regenschirm
    ist mir just aufgefallen.wundervolle novelle mit tiefstgang,
    wartet auf dich zuhause.
    michael

    1. Michael, Du mein Lieber!

      Das ist ja nett, von Dir zu hören! Klar, dass Du meinen Stil kritisierst 😉 Und dass Du mir für die langen Winterabende schon Lesestoff besorgt hast, macht den wahren Freund aus. Danke!

      Vorerst erfreue ich mich am französischen Sommer und an der lokalen Küche. Ich bin schon sehr gespannt, was unsere Herbergsmutter uns hier gleich auftischt. Hunger habe ich auf jeden Fall bis unter die Arme!

      Herzliche Grüße aus Golinhac
      Burkard

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