Saint-Jean-Saint-Maurice – Pommiers (23,0km)

Laufen zu Zweit ist schon etwas ganz anderes, als allein zu gehen. Das fängt schon mit dem Aufstehen an. Fünf Uhr ist für Sabine indiskutabel, also haben wir uns auf halb Sieben geeinigt. Um kurz nach Sieben sind wir dann tatsächlich losgegangen. Da wir ohnehin nur gut zwanzig Kilometer gehen wollten und es nicht warm zu werden versprach, war das auch vollkommen ausreichend.

Die Zeit beim Gehen verging durch unsere angeregte Unterhaltung wie im Fluge. Ehe wir uns versahen waren wir in Pommiers angekommen und hatten dort auch noch das Glück, im Gîte Communal innerhalb der mittelalterlichen Burg ein Schlafplätzchen zu finden. Dabei helfen uns Sabines gute Französischkenntnisse ganz ungemein.

Außer unserem Gîte, einer Bar und einem Campingplatz mit Bar gibt es hier absolut nichts. Für unser Abendessen hat uns die nette Hausmeisterin des Gîte einen Becher Reis und einige Konserven verkauft; mal sehen, was wir uns daraus zurechtzaubern.

Nachher um Neun gibt’s eine Führung durch die Burganlage, an der Wir und auch die beiden weiteren Pilger, die hier mittlerweile in unserem Gîte eingetrudelt sind, teilnehmen werden. Ich bin schon richtig gespannt darauf!

3 Kommentare

  1. Ups, Burkard, zuerst die erhabene Burg und dann die sehr pure gîte. Das scheint ja eine klassische mittelalterliche Burganlage zu sein, quasi ein Dorf auf einem Hügel, gesichert nach allen Seiten.
    Wie Du schon geahnt hast, in Frankreich wird’s auf dem Pilgerweg bunter und lebhafter – das tut Dir sicher gut.
    Deutschland wird ja von Pilgern einer anderen Art quasi überrannt. Und so engagiere ich mich seit heute Abend in der Flüchtlingshilfe. Ich bin erstaunt, wie viele junge Menschen im Alter unserer Kinder da waren. Nur eine Dame in meinem fortgeschrittenen Alter. Es ist sehr spannend mit so vielen unterschiedlichen Menschen zu tun zu haben. Und ich bin gespannt, was sich daraus wirklich ergibt.
    Wo ist denn das Pain? Wohl schon dort, wo es hingehört …
    Das Foto von dem nun nicht mehr einsamen Wanderer ist klasse! Und bringt mich auf Ideen zu meinem neuen Fotothema, der Streetfotografie. Mal schau’n, was daraus (nicht) wird.
    Weiteres nettes Weiterpilgern wünscht Dir herzlich
    Ulla

  2. Hi Burkard,
    deine Texte und Bilder zu folgen, öffnet mir den Blick in deine Welt! Und die ist faszinierend anders weil ungebunden und (noch) kaum vorstellbar zum Pilgern weg zu sein. Ausserdem fühle ich mich ganz wohl in meinen Rollen als Familienvater, Selbständiger, Gartenpfleger … (insbesondere in der Ferienzeit). – Hier im Süden haben wir seit 6 Wochen italienische Verhältnisse -wettermässig- und in Urlaub fahren erübrigt sich. Wir sind zwischendurch mit den Kindern am See (der ist unverändert;-)) und sind viel an der frischen Luft! (auch im Biergarten!)
    Deine Beschreibungen sind so anschaulich, dass ich mir wie ein Mitwanderer vorkomme. Die Bilder machen es noch plastischer und Frankreich wird für mich ganz realistisch – und Du natürlich mittendrin!
    Danke Dir, Burkard, und meine Neugier wächst mit jedem deiner blogs –
    Lieben Gruss und gute Herbergen wünsche ich Dir
    ciao Franz

    1. Lieber Franz,

      danke für Dein Interesse an meinem Pilgerabenteuer! Es freut mich, dass meine Texte und Bilder Dir einen Einblick in das vermitteln, was hier in den letzten Wochen um mich und mit mir geschieht! Und das Abenteuer ist noch nicht zu Ende; in drei oder vier Tagen werde ich in Le Puy und damit am Startpunkt eines der vier großen historisch belegten Wege, nämlich der Via Podiensis, sein. Dann liegt in etwa die Hälfte der Gesamtstrecke hinter mir.

      Dir weiterhin italienisches Sommerwetter Glück und Freude in Deinen verschiedenen Rollen!

      Herzliche Grüße und stay tuned,
      Burkard

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