Tramayes – Propières (40,5km)

Der Tag fing an mit Dunkelheit, strömendem Regen und aufgeweichten, ansonsten undefinierbaren Wanderwegen. Natürlich habe ich mich auch prompt verlaufen. Und meine geniale Idee, anhand der Karte und vom Pilgerweg abweichend ein paar Kilometer abzukürzen, erwies sich im profilierten Gelände als abwegig. Man lernt eben nie aus…

Erst in Cenves fing laut DuMont-Reiseführer die eigentliche Tagesetappe an. Dort war ‘s dann auch endlich anständig hell und es hatte aufgehört zu regnen. Die Herausforderung bestand heute in den vielen steilen Anstiegen auf bis zu tausend Höhenmeter. Ich hab’s mir nach dem Reiseführer anstrengender vorgestellt, als es dann tatsächlich war; ich hatte regelrecht Bammel vor dieser Etappe. Jetzt in der Rückschau bin ich froh und dankbar, dass ich körperliche Belastungen recht gut wegstecke.

Seit Michaels vorsichtigen Warnungen vor Mutterkühen gehe ich mit den Rindviechern etwas respektvoller um. Der Weg führt auch hier über Viehweiden, und von den Kühen, die ich bisher immer für blöde aber harmlos gehalten habe, halte ich nun lieber etwas Abstand, insbesondere, wenn sie ein Kalb bei sich haben. Außer natürlich, wenn ich ein Foto machen will.

Der Tausendmetergipfel, auf den mich mein Reiseführer so heiß gemacht hatte, war eher enttäuschend. Klar, man hatte einen schönen Ausblick, aber Alpengipfel sind wohl doch was Anderes.

Meine heutige Unterkunft ist so ein typisches französisches Provinzhotel. Etwas abgebrockt, aber sonst ganz gemütlich. Leider ist die Heizung kaputt, sodass ich nur kalt duschen und auch an meiner Badewanne nicht die rechte Freude finden kann. Morgen will ich mal ausschlafen und das Petit Déjeuner mitnehmen, zum ersten Mal auf dem Pilgerweg. Es sind morgen eh nur zwanzig Kilometer zu laufen und es ist für den ganzen Vormittag Regen angesagt.

2 Kommentare

Kommentar hinterlassen